Unterhalb der Brandenburg führt ein Weg bergan, den wir folgen und uns am Waldrand westwärts halten. Hier bietet ein Rastplatz einen grandiosen Blick auf die Brandenburg, das Werratal und die Berge des Ringgaus. Wir folgen dem mit blauem Kreis markierten Weg und erreichen eine Schutzhütte im Wald, die in den 1990iger Jahren an einem Aussichtspunkt hoch über der Werra errichtet wurde. Leider ist die Aussicht auf die Werra zugewachsen.
Wir wandern nun Richtung Rennsteig. Die Kennzeichnung der Wanderwege ist hier sehr schlecht. Der Sinn der vielen unterschiedlichen Markierungen in Blau, Grün, Rot und Gelb erschließt sich nicht. Es ist besser, man orientiert sich am Gelände. Unsere Wanderkarte "Westlicher Thüringer Wald, NP Hainich", 1 : 50 000, ist hier leider auch nicht korrekt. Das wird aber in der nächsten Auflage besser, die Korrekturen sind schon im Großprojekt ausgeführt.
Nun geht es zuerst es auf den Stechberg, dem westlichsten Berg des Thüringer Waldes. Zu Zeiten der DDR befand sich hier ein Beobachtungspunkt der Sowjetarmee. Die verfallenen Bunkeranlagen laden Mutige zum Besichtigen ein. Neu ist das Teehäuschen, eine originell gestaltete Schutzhütte. Vom unbewaldeten, kegelförmigen Stechberg hat man eine fantastische Rundumsicht. Es ist kaum zu glauben, aber es führt kein Weg zum Aussichtspunkt - nur ein Wegweiser zeigt die Richtung über den Acker...
Nun wandert man an Waldrändern und durch schöne Buchenwälder. Leider sind auch hier wieder breite, befestigte Forstwege geschaffen worden. Dazu kommen tiefe Wunden im Waldboden durch den Einsatz von Holzvollerntern (Harvester). Ein Horror für jeden Wanderer und Naturfreund. Es kommen aber auch wieder naturbelassene Waldstücke und am Waldrand vor dem Rangenhof blühte jetzt, Ende Oktober, ein Tobinambur-(Erdbirnen-)Feld. Ein schöner Anblick.
Über eine Bergwiese wandern wir nun zum idyllischen "Rangenhof", der auf einer Wiese nur wenige Meter vom Rennsteig entfernt zur Einkehr einlädt. In der rustikal eingerichteten Gaststube oder im Biergarten kann man original Thüringer Küche und ein kühles Blondes genießen. Sehr zu empfehlen!
Wir folgen dem Rennsteig ca. 1 km bis zum Clausberg, einem kleinen landwirtschaftlich geprägter Wohnplatz an einer riesigen Wiese. Am ehemaligen Gut biegen wir links ab.
Ein wunderschöner Pfad durch naturnahe Buchen- und Eichenwälder führt hinab nach Eisenach. Für den Narurliebhaber sicherlich das schönste Wegstück der Wanderung! Es geht meist bergab, oft aber auch noch ein Stück bergan über den Stücklekopf, den Rabenstein und den Federkopf.
Seltsamerweise ist dieses schöne Stück Natur kaum geschützt. Wir sind in keinem Natura 2000 - Gebiet und auch das NSG Wartburg - Hohe Sonne reicht nicht bis hierher. Besonders die Eichen-Trockenwälder auf den flachgründigen, nährstoff- und basenarme Böden der südexponierten Steilhänge des Georgentales leuchten in der Abendsonne in allen Farben des "Indian Summers". Am Herrenstieg öffnen sich kurz vor Eisenach herrliche Aussichten auf die berühmte Wartburg. Das letzte Stück des Herrenstiegs ist recht steil. Nun muss man noch ca. 200 Meter durch die Ortslage Eisenach laufen und ist am Bahnhof Eisenach-West.