Schnellsuche
STARTSEITE
KONTAKTDATEN
mr-kartographie
Ingenieurbüro und Verlag
Ifflandstraße 5
99867 Gotha
Telefon: 0049 3621 707073
Telefax: 0049 3621 707076

E-Mail: info@mr-kartographie.de

Von der Brandenburg nach Eisenach

Blick vom Herrenstieg bei Eisenach zur Wartburg
Werra, Werraaue, Herleshausen
Herbstwald am Stücklekopf

23. Oktober 2010: Von Herleshausen über den Rennsteig nach Eisenach

 

Das Wandergebiet umfasst zwei Naturräume Thüringens - die Werraaue Gerstungen-Creuzburg und den Nordwestlichen Thüringer Wald. Die Werra als Grenzfluss zwischen Hessen und Thüringen durchfließt hier mäandrierend eine breite Aue, die heute durch intensive Landwirtschaft geprägt ist. Günstige klimatische Bedingungen und die Flussnähe waren Voraussetzung für eine frühe Besiedlung bereits in vorrömischer Eisenzeit.

 

Die Brandenburg, eine der größten Doppelburganlagen Mitteldeutschlands, ist als Ruine recht gut erhalten und frei zugänglich.

 

Der Nordwestliche Thüringer Wald stellt den äußersten Sporn des Thüringer Waldes dar und ist überwiegend mit Buchenwald bedeckt. Mit maximal 470 m über NN übersteigt er das sich südwestlich anschließende Buntsandstein-Vorland nur wenig. Das Gelände ist hügelig und weist vor allem in der Nähe Eisenachs erhebliche Reliefenergien auf.

 

Wanderer: Manfred Müller

Anfangspunkt: Herleshausen, Bahnhof

Endpunkt: Eisenach, Westbahnhof

Streckenlänge: 21 km

Aufstieg: 683

Abstieg: 669 m

Wetter: sonnig,  -1°C bis +10°C

 

Fotos und Text: Manfred Müller

Karte und Profil: mr-kartographie, Gotha

Kartengrundlage: © Verlag grünes herz, Ilmenau

und Ostseebad Wustrow

Übersichtskarte
Höhenprofil
Werra und Brandenburg am Morgen
Blick von der Werrabrücke nach Westen
Blick von der Werrabrücke nach Osten

Am Haltepunkt West in Eisenach findet man ausreichend Parkmöglichkeiten. Stündlich kann man von hier aus mit der Bahn westwärts fahren. Bis Herleshausen sind es genau 10 Minuten.  Am Bahnhof hält man sich westwärts und folgt dem Werratal-Radweg. Tischeben geht es durch Wiesen und Felder Richtung Lauchröden. Bis 1945 bestand hier eine Straßenverbindung. Mit der Zerstörung der Werrabrücke am Ende des Zweiten Weltkrieges und der anschließenden Teilung Deutschlands wurde diese Verbindung unterbrochen. Die 1997 errichtete Brücke ist heute für Fußgänger, Radfahrer und Einsatzfahrzeuge freigegeben. Von der Brücke hat man einen schönen Blick über die Werra und Lauchröden zur Brandenburg. Nun geht es kurz durch Lauchröden und auf der Landstraße Richtung Eisenach weiter. Ein Wegweiser und eine infotafel markieren den Abzweig zur Brandenburg. Nach dem recht steilen aber kurzem Aufstieg präsentiert sich die  grandiosen Ruine der Brandenburg.

 

 

Eingang zur Westburg
Grundriss der Brandenburg

Die Ruine Brandenburg besteht aus zwei eigenständigen Burgen, der Ost- und der Westburg. Mit ihren zwei Bergfrieden und dem Wohnturm ist sie ein markantes Wahrzeichen des Werratals.

 

Die Erbauer der Brandenburg waren die Burggrafen der nahe gelegenen Wartburg. Die Burg wurde wahrscheinlich in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts gegründet. In Verbindung mit der nahen Lage der Burg zur Handelsstraße von Gerstungen nach Eisenach und zur Via Regia waren die Herren der Brandenburg für den Geleitschutz der Handelszüge in ihrem Bereich zuständig. Die Brandenburg wurde zu Beginn des 30-jährigen Krieges von Ihren Bewohnern aufgegeben, danach verfiel sie und war bis 1841 ein Steinbruch.

 

Während der Zeit der innerdeutschen Teilung lag die Brandenburg im Sperrgebiet der DDR und war somit praktisch unzugänglich. Seit den 90er Jahren ist sie für Besucher wieder frei und ohne Eintritt zu besichtigen. 1990 war ich dort und fand eine herrlich verwllderte, teilweise zugewachsene Ruine vor. Seither ist viel aufgeräumt und repariert  worden.

 

Die Westburg besteht heute aus einem runden Bergfried sowie aus Resten des Torhauses und des Mauerrings. Die Ostburg wird dominiert durch den sechseckigen Bergfried, dem Wohnturm und den zwei Höfen. Von der Aussichtsplattform hat man einen herrlichen Blick über das Werratal. Die weitläufige Burganlage lädt zu einem Rundgang ein. Das Museum der Brandenburg (am 23.10.2010 leider geschlossen) vermittelt Wissenswertes zur Geschichte und Bedeutung der Burg im Mittelalter und der frühen Neuzeit. Darüber hinaus erhält der Besucher aber auch Einblick in den Alltag der Burgbewohner bis zu deren Kleidung und Bewaffnung.

 

Quelle: www.urlaub-werratal.nordhessen.de

Linde im Zwinger
Bergfried der Ostburg
Torzwinger
Wohnturm
Beide Bergfrieds
Tor der Westburg
Bandenburg von Osten
Bandenburg von Süden
Die Brandenburg und das Werratal vom Rastplatz südlich der Burg
Werratalaussicht heute
Spitzberg
Weg zum Teehäuschen
Teehäuschen und Bunker
Herbstwald am Herzberg
Waldweg am Kellersberg
Topinamburfeld
Rangenhof
Gaststube Rangenhof
Clausthal

Unterhalb der Brandenburg führt ein Weg bergan, den wir folgen und uns am Waldrand westwärts halten. Hier bietet ein Rastplatz einen grandiosen Blick auf die Brandenburg, das Werratal und die Berge des Ringgaus. Wir folgen dem mit blauem Kreis markierten Weg und erreichen eine Schutzhütte im Wald, die in den 1990iger Jahren an einem Aussichtspunkt hoch über der Werra errichtet wurde. Leider ist die Aussicht auf die Werra zugewachsen.

 

Wir wandern nun Richtung Rennsteig. Die Kennzeichnung der Wanderwege ist hier sehr schlecht. Der Sinn der vielen unterschiedlichen Markierungen in Blau, Grün, Rot und Gelb erschließt sich nicht. Es ist besser, man orientiert sich am Gelände. Unsere Wanderkarte "Westlicher Thüringer Wald, NP Hainich", 1 : 50 000, ist hier leider auch nicht korrekt. Das wird aber in der nächsten Auflage besser, die Korrekturen sind schon im Großprojekt ausgeführt.

 

Nun geht es zuerst es auf den Stechberg, dem westlichsten Berg des Thüringer Waldes. Zu Zeiten der DDR befand sich hier ein Beobachtungspunkt der Sowjetarmee. Die verfallenen Bunkeranlagen laden Mutige zum Besichtigen ein. Neu ist das Teehäuschen, eine originell gestaltete Schutzhütte. Vom unbewaldeten, kegelförmigen Stechberg hat man eine fantastische Rundumsicht. Es ist kaum zu glauben, aber es führt kein Weg zum Aussichtspunkt - nur ein Wegweiser zeigt die Richtung über den Acker...

 

Nun wandert man an Waldrändern und durch schöne Buchenwälder. Leider sind auch hier wieder breite, befestigte Forstwege geschaffen worden. Dazu kommen tiefe Wunden im Waldboden durch den Einsatz von Holzvollerntern (Harvester). Ein Horror für jeden Wanderer und Naturfreund. Es kommen aber auch wieder naturbelassene Waldstücke und am Waldrand vor dem Rangenhof blühte jetzt, Ende Oktober, ein Tobinambur-(Erdbirnen-)Feld. Ein schöner Anblick.

 

Über eine Bergwiese wandern wir nun zum idyllischen  "Rangenhof", der auf einer Wiese nur wenige Meter vom Rennsteig entfernt zur Einkehr einlädt. In der rustikal eingerichteten Gaststube oder im Biergarten kann man original Thüringer Küche und ein kühles Blondes genießen. Sehr zu empfehlen!

 

Wir folgen dem Rennsteig ca. 1 km bis zum Clausberg, einem kleinen landwirtschaftlich geprägter Wohnplatz an einer riesigen Wiese. Am ehemaligen Gut biegen wir links ab.

 

Ein wunderschöner Pfad durch naturnahe Buchen- und Eichenwälder führt hinab nach Eisenach. Für den Narurliebhaber sicherlich das schönste Wegstück der Wanderung! Es geht meist bergab, oft aber auch noch ein Stück bergan über den Stücklekopf, den Rabenstein und den Federkopf.

 

Seltsamerweise ist dieses schöne Stück Natur kaum geschützt. Wir sind  in keinem Natura 2000 - Gebiet und auch das NSG Wartburg - Hohe Sonne reicht nicht bis hierher. Besonders die Eichen-Trockenwälder auf den flachgründigen, nährstoff- und basenarme Böden der südexponierten Steilhänge des Georgentales leuchten in der Abendsonne in allen Farben des "Indian Summers". Am Herrenstieg öffnen sich kurz vor Eisenach herrliche Aussichten auf die berühmte Wartburg. Das letzte Stück des Herrenstiegs ist recht steil. Nun muss man noch ca. 200 Meter durch die Ortslage Eisenach laufen und ist am Bahnhof Eisenach-West.


Wartburgblick 2
Eichen-Trockenwald am Rabenstein
Rastplatz am Herrenstieg und Wartburgblick 3
 
 

Copyright 2010 mr-kartographie - Ingenieurbüro und Verlag

Design/Programmierung MediaOnline GmbH