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Zu den Winterlingen im Rautal

Winterlinge im Rautal

26. Februar 2011:

Zu den Winterlingen an den Hängen des Rautals bei Closewitz

 

Das Wandergebiet:

 

Das FFH-Gebiet  "Isserstedter Holz - Mühltal –Windknollen" ist eine nach Süden und Osten steil abfallende Muschelkalkhochfläche mit artenreichen Buchen- und Eichen-Hainbuchenwäldern und Kiefernforsten. In der Plateaulage eines ehemaligem Truppenübungsplatz findet man beweidete Kalk-Halbtrockenrasen mit zahlreichen Tümpeln. Die Wanderung führt durch das Rautal zum GLB  „Winterling - Edellaubholzwald“ (4,36 ha), anschließend zum "Landgrafen" und zuletzt über die weite Hochfläche des NSG´s  "Windknollen" (136 ha).

 

Wanderer: Manfred Müller

 

Anfangs- und Endpunkt:

Wanderparkplatz Naturkundehain Closewitz bei Jena

 

Streckenlänge: 13,2 km

Auf- und Abstieg: 393 m

Wetter: sonnig, wolkenlos, -1°C bis +7°C

 

Unsere Wanderkarte:

"Jena-Saale-Holzland", 1 : 50 000, Verlag grünes herz, 4. Aufl. Sept. 2010

 

Fotos und Text: Manfred Müller

Karte und Profil: © mr-kartographie, Gotha

Die Wanderung beginnt am Wanderparkplatz westlich vom Ortseingang Closewitz bei Jena. Jetzt, in der Blütezeit der Winterlinge, ist der Parkplatz viel zu klein für den Ansturm. Durch den sehr interessanten und mit vielen Schautafeln ausgestatteten Naturhain geht es auf dem Naturlehrpfad zügig voran. Anschließend vorbei an Gärten und Wiesen ist das obere Rautal bald erreicht. Der Weg zu den Winterlingen ist gut ausgeschildert, doch vorher soll ein Abstecher in den Talgrund zu den steilen Erosionsrinnen des Steinbachs im Rautal führen. Eine schöne, naturnahe Landschaft mit noch zugefrorenem Bachlauf.

Der Steinbach im Rautal
Wegweiser
Naturdenkmal Stieleiche
Winterlinge
Aussicht auf Jena
Gasthaus Landgrafen

Nun führt die Wanderung auf steilem Weg bergan. Am Wegweiser zum "Rundweg Winterlinge 1,5 km" und "Saalehorizontale" vorbei, geht es weiter durch den Wald. Nun sehe ich im oberem Hangberich des Tals ein auffälliges goldenes Leuchten. Die ersten Winterlinge in freier Natur! Endlich die ersten Frühblüher-Fotos 2011!

 

Im Geschützten Landschftsbestandteil  "Winterling - Edellaubholzwald" findet man das möglicherweiseh größte natürliche Vorkommen an Winterlingen in Mitteleuropa. Der eindrucksvolle gelbe Blütenteppich kündigt bereits im Februar den Beginn des Frühlings an.

 

Winterlinge wurden mit dem Weinbau in die Saaleregion im 17. Jahrhundert eingebürgert. Durch das günstige Mikrolima des Mittleren Saaletales und die naturnahe Zusammensetzung des Waldbestandes wurde und wird seine natürliche Ausbreitung gefördert. Betrug die Fläche, auf der der Winterling wächst, im Jahre 1960 nur 0,2 Hektar, so ist sie heute bereits auf über einen Hektar angewachsen.

 

Im naturnahen Wald des Schutzgebiets bilden Berg- und Spitzahorn, Esche, Sommer-Linde und Rotbuche den Baumbestand. Am Oberhang des Gebietes steht eine als Naturdenkmal geschützte mächtige Stieleiche.

 

Nachdem ich das Winterlinggebiet ausführlich erkundet und fotografiert hatte, sollte die Wanderung auf der Saalehorizontale zum Burschenplatz gehen. Die Ausschilderung war etwas unklar, ich kam vom Weg ab, querte eine Hochspannungstrasse und fand mit Garmin und Karte zum ausgeschilderten Wanderweg zurück.

 

Am Burschenplatz beeindruckte ein teilweise gefrorener Wasserfall, den ich hier nicht erwartet hatte. Natürlich wird das in unserer Wanderkarte fehlende Wasserfall-Symbol in das Wanderkartenprojekt 1 : 50 000 des Verlags grünes herz ergänzt.

 

Die Wanderung hat am Steinbach den tiefsten Punkt erreicht und nun geht bergauf Richtung Landgrafen. Die Wanderwegekennzeichnung mit rotem Querstrich ist immer eindeutig und der Weg ist ideal zum Wandern - meist auf schmalen Pfad, durch schöne Wälder und mit einigen guten Aussichten auf das Mittlere Saaletal und Jena. Zahlreiche neu errichtete Bänke laden an den Aussichtspunkten zur Rast ein.

 

Der Landgraf ist ein Berg mit fantastischer Aussicht auf Jena und das Saaleetal bis zur Leuchtenburg. Er wird  auch "Balkon Jenas" genannt und bietet mit Aussichtsturm und Gaststätte lohnenswerte Wanderziele. Nun, der Aussichtsturm öffnet erst am Karfreitag, die schöne Ausflugsgaststätte am 01. März. So ging es zügig weiter bergan Richtung Windknollen.

 

Der Windknollen ist ein Berg und als NSG geschützt. In der Vergangenheit als Manövergebiet und Truppenübungsplatz, zuletzt von der Sowjetarmee, überwiegend militärisch genutzt, entwickelten sich hier ausgedehnte subkontinentale Halbtrockenrasen mit vielen geschützten Arten. In den zahlreichen Kleingewässern leben seltene Lurche.

 

Der Napoleonstein auf dem Windknollen erinnert an den Auftakt der Schlacht bei Jena und Auerstedt. Napoleon plante und eröffnete von hier aus die Schlacht gegen die Preußen.

 

Im Februar macht das Hochplateau noch einen ziemlich trostlosen Eindruck. Jetzt, in der vegetationsarmen Jahreszeit, sind im dürren Gras noch zahlreiche militärische Hinterlassenschaften erkennbar. Der Wanderweg "Saalehorizontale" nutzt hier die "Alte Apoldaer Landstraße" und ist oft nur schwer zu finden und zudem recht schlammig. Erst beim Erreichen der Kleingewässer in der Nähe des Parkplatzes und Endpunkts der Wanderung wird die Landschaft wieder abwechslungsreicher.

Napoleonstein
Impressionen von der Hochfläche
Kleingewässer bei Closewitz
 
 

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