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izpb 317 - Völker, Religionen, Wohlstand und Freiheit

Titel izpb, Heft 317

Wenn vom „Nahen Osten" oder kulturgeografisch vom „Vorderen Orient" die Rede ist, denkt man hierzulande meist an Länder, in denen Arabisch gesprochen wird und der Islam die kulturprägende Mehrheitsreligion ist. Doch gehören zum Nahen Osten im weiteren Sinne auch die nichtarabischen Staaten Iran, Israel und die Türkei sowie viele andere Ethnien wie etwa Kurden, Berber und Tscherkessen. Neben den Muslimen gibt es größere christliche und jüdische Gemeinden sowie Anhänger kleinerer Religionsgemeinschaften wie Zoroastrier und Bahai.

Die drei monotheistischen Religionen Judentum, Christentum und Islam entstanden im Gebiet des heutigen Nahen Ostens und beziehen sich auf Abraham als ihren gemeinsamen Stammvater. Sie sind bis in die Gegenwart mit zahlreichen Konfessionen, Rechtsschulen, Kirchengemeinschaften und Sekten anzutreffen. Diese Ethnien, Kulturen und Religionen weisen weiterhin regionale und lokale Besonderheiten auf. Bewohner von Städten und Dörfern, sesshafte Bauern oder nomadische Beduinen haben ihre besonderen, an ihre Umwelt angepassten Lebensweisen entwickelt und teils seit Jahrhunderten bewahrt. All dies macht den Nahen Osten zu einem bunten Mosaik unterschiedlicher religiöser und kultureller Lebensformen. Eine Kenntnis seiner Geschichte ist unerlässlich, um die heutigen Kulturen und Religionen, aber auch die Politik der Region zu verstehen.

Quelle: Kulturen und Religionen. Stephan Rosiny, Heft 317 der Schriftenreihe "Naher Osten" S. 8.

 

Die sozioökomische Entwicklung im Nahen Osten hat Auswirkungen auf nahezu alle Lebensbereiche. Gegenwärtig spielen die Themen demografische Entwicklung, Bildungsmisere, Jugendarbeitslosigkeit, der Stadt-Land-Gegensatz, die Rolle der Frau und die Wasserversorgung eine besonders wichtige Rolle in der Region.

Quelle: Gesellschaftliche Herausforderungen. Viola Lucas, Heft 317 der Schriftenreihe "Naher Osten" S. 46.

 


Informationen zur politischen Bildung Heft 317 Karte IV Nordafrika und Naher Osten - Nordafrika und Naher Osten - Völker, Religionen, Wohlstand und Freiheit

Im Heft 317 "Naher Osten" der Schriftenreihe "Informationen zur politischen Bildung" werden von Seite 8 bis 19 die Ethnien, Kulturen und Religionen und auf den Seiten 46 bis 53 soziale Themen der Region ausführlich beschrieben.

 

Die von mr-kartographie entwickelte politische Karte kombiniert die Darstellung gesellschaftlicher, sozialer und politischer Indikatoren in einem trotz der Inhaltsfülle gut lesbaren Kartenbild. Konfliktpotenziale sind im geographischen Kontex erkennbar, Ursachen des "Arabischen Frühlings" im Kartenbild ablesbar.

 

Gesellschaftliche Indikatoren

Sozio-Politische Indikatoren und die Folgen

  • Einwohnerzahlzahl

  • Bevölkerungsverteilung

  • Religionszugehörigkeit

  • Ethnische Gruppen

  • Freedom-House Klassifizierung

  • Human Development Index

  • Der arabische Frühling und seine Folgen

 

In der Hauptkarte werden mit der Kartodiagrammmethode Religionszugehörigkeit (nach bildstatistischem Prinzip) und ethnische Zusammensetzung (nach dem Diagrammprinzip) und der Human Development Index mit Flächenkartogramm in 6 Intensitätsstufen für jeden Staat dargestellt.

 

Der Human Development Index dt. Index der menschlichen Entwicklung (HDI) ...erfasst die durchschnittlichen Werte eines Landes in grundlegenden Bereichen der menschlichen Entwicklung. Dazu gehören zum Beispiel die Lebenserwartung bei der Geburt, das Bildungsniveau sowie das Pro-Kopf-Einkommen. Aus einer großen Zahl solcher Einzelindikatoren wird eine Rangliste errechnet. Sie ermöglicht es, den Stand der durchschnittlichen Entwicklung eines Landes abzuleiten.  Quelle: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

 

 

Die Einwohnerzahl eines Landes ist indirekt durch die Größe der Halbkreisdiagramme und direkt durch die Anzahl der Quadrate der Religionsdarstellung (Zählrahmenmethode) definiert. Die Bevölkerungsverteilung über das Kartengebiet wird durch die Anordnung der Größen der Diagrammfiguren deutlich gemacht.

 

 

 

Kartenausschnitt
Legende
Matrix Freedom House

Während der der Human Development Index (HDI) als Indikator für den Lebensstandard gelten kann, der Pro-Kopf-Einkommen, Gesundheitsfürsorge, Ernährung, Hygiene und Bildungsgrad in die Berechnung einbezieht, gilt die Freedom House Klassifizierung der Staaten als Indikator für Freiheit und Demokratie.

 

Freedom House ist eine internationale Nichtregierungsorganisation (NGO) mit Hauptsitz in Washington, D.C., deren Ziel es ist, liberale Demokratien weltweit zu fördern...Freedom House erstellt einen jährlichen Bericht, „Freedom in the World", in dem sie den Grad an Demokratie und Freiheit in Nationen und bedeutenden umstrittenen Territorien auf der ganzen Welt bewertet...Freedom House wird zu etwa 80 % aus Geldern der US-Regierung finanziert. Dazu kommen Mittel verschiedener Stiftungen.. Aufgrund dieser Finanzierungsstruktur wird die Organisation häufig mit dem Vorwurf politischer Parteilichkeit konfrontiert.  Quelle: Wikepedia

 

Liegen die Durchschnittswerte für politische Rechte und bürgerliche Freiheiten zwischen 1,0 und 3,0 wird die Nation als „frei", zwischen 3,0 und 5,0  als „teilweise frei" und von 5,5 bis 7,0 als „unfrei"  eingestuft.

 

Um die Durchschnittswerte für politische Rechte und bürgerliche Freiheiten grafisch anschaulich und mathematisch korrekt darzustellen, entwickelte mr-kartographie die nebenstehende Matrix.

 


Die sich durch die Summierung der x,y-Skalenwerte ergebenden Farbwerte definieren auch die Flächenfarben für die Staaten in der Nebenkarte. So sind die Abstufungen differenzierter als in nur drei Qualitäten. Diese Einstufung in frei, teilweise frei und unfrei zeigt die farbige Hinterlegung der Staatennamen.

 


Das Jahr 2011 verändert die politische Situation in den Staaten Nordafrikas und des Nahen Ostens. Im „Arabischen Frühling" rebellieren Millionen Menschen gegen Unterdrückung und soziale Ungerechtigkeit...Die Proteste hatten vielfältige politische, wirtschaftliche und soziale Ursachen, die in unterschiedlicher Zusammensetzung in allen Staaten wirkten. Die politische Unfreiheit, die rigide Kontrolle der Bevölkerung durch die Sicherheitskräfte, die auch Folter praktizierten, die Selbstbereicherung von kleinen Gruppen oftmals miteinander verschwägerter Politiker und Unternehmer, die ausgeprägte Korruption, die zunehmend verfallende Kaufkraft und die Defizite im Bildungs- und Gesundheitswesen hervorgerufen. Das größte Problem in allen Gesellschaften Nordafrikas und des Nahen Ostens war und ist wegen des hohen Bevölkerungswachstums die Arbeitslosigkeit der Jugendlichen und jungen Erwachsenen bis 30 Jahre. Diese stellen mit durchschnittlich 50-60 Prozent nicht nur den größten Anteil an der Gesamtbevölkerung, sondern weisen mit bis zu 40 Prozent auch die höchste Arbeitslosenrate auf. Die Jugendarbeitslosigkeit wurde deshalb in den vergangenen Jahren in den Medien der Region zu Recht als „tickende Zeitbombe" bezeichnet. Quelle: Die arabischen Protestbewegungen von 2011. Hanspeter Mattes, Heft 317 der Schriftenreihe "Naher Osten" S. 65.

 

Auf der Nebenkarte, die deutlich zeigt, wie unfrei und undemokratisch der überwiegende Teil der Staaten der Region ist, werden die Konflikte und politische Folgen des Arabischen Frühlings 2011–2012 mit Positionssignaturen gekennzeichnet.

 


Nebenkarte Freedom House
 
 

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